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Während des erwachsen Werdens haben wir ein diffuses Gefühl für richtiges und falschen Singen angenommen. Viele von uns sind zur inneren Überzeugung gelangt, dass "ich überhaupt nicht singen kann" und wir überlassen Musik lieber den Profis, die es "richtig" machen. Nun, die gute Neuigkeit ist, dass man nicht falsch singen kann, jedenfalls nicht innerhalb des natürlichen Obertonsystems, das in unsere Biologie eingebaut wurde. Das geht einfach nicht. In diesem Sinne sind es göttliche Neuigkeiten.
Durch gemeinschaftliches Singen entstehen Töne, die ein Einzelner nicht produzieren kann. Wenn man in einer Gruppe singt, dann möchte jeder möglichst viel zum kollektiven Klangteppich beitragen. Das ist natürlich. Wenn ich mit zu viel Einsatz singe, dann verliert der gemeinsame Klang durch meine Dominanz. Wenn ich mit zu wenig Einsatz singe, dann verliert der gemeinsame Klang durch meinen Minderwertigkeitskomplex. Beides wird vom jeweiligen Sänger gehört und gefühlt und nicht gemocht. Der immer stärker werdende Wunsch, den kollektiven Klangteppich noch schöner zu machen, führt letztendlich zur gut koordinierten Zusammenarbeit von Kopf und Bauch, zur Verbindung von Himmel und Erde in uns. Die beiden Pferde Logik und Bauchgefühl lernen es, den Wagen gemeinsam in die gleiche Richtung zu ziehen.| Di. abend 20:00 | Freiburg | Sven Kühnöl | KONTAKT |
| Mi. 18:30 alle 14 Tage | Oranienburg | Georg Keppler | KONTAKT |
Falls ihr schon mal eine Berührung mit Obertonmusik hattet, dann war es vermutlich im Rahmen eines Konzertes - jemand hat gespielt oder gesungen, und ihr habt zugehört. Vielleicht war es ein Chanten tibetanischen Mönche, mongolischer Kehlgesang der Tuva, historischen keltische Instrumente, der nasale Gesang amerikanischen Indianer oder die tiefen Didgeridoo-Klänge australische Ureinwohner. Alle schamanischen Traditionen haben ihr jeweiligen Oberton-Instrumente und/oder Techniken des Obertonsingens entwickelt.
Obertonsingen, manchmal auch Tönen oder Chanting genannt, bringt reiche innere Erfahrungen mit dem ersten aller Instrumente, der eigenen Stimme. Zum Hörgenuss kommt der Singgenuss dazu. Die passive Rolle des Zuhörers und die wohltemperierte "Brille" werden abgelegt. Statt auf Hören nach außen (wie klingt meine Stimme?) liegt das Schwergewicht auf Fühlen nach innen.
Was den gleichen Ton - zum einen gespielt auf einer Gitarre und zum anderen gespielt auf einer Flöte - unterscheidet, sind die verschiedenen Obertöne. Diese schwingen, abhängig von Bau und Material des Instrumentes, mit dem gespielten Ton mit und ergeben den charakteristischen Klang (Tönung) eines Instrumentes. Es können nur bestimmte Töne mit dem Grundton mitschwingen (resonieren). Ihre Wellenlänge ist entweder ein ganz-zahliges Vielfaches (das Doppelt, Dreifache, ...) des gespielten Tones, oder ein ganz-zahliger Teil (die Hälfte, ein Drittel, 1/2, ...) davon.